Kredit aufnehmen oder doch lieber sparen?

Einen Kredit aufzunehmen, darüber hat wohl jeder schon mal nachgedacht. Die Aussicht, auf einen Schlag über eine große Menge Geld verfügen zu können und sich größere und kleinere Wünsche erfüllen zu können, ist naturgemäß verlockend.

Was ist eigentlich sinnvoller? Einen Kredit aufzunehmen oder doch lieber zu sparen? Sicher, es kann Situationen geben, in denen hat man einfach nicht die Zeit lange zu sparen, sondern braucht das Geld am besten sofort. Sei es, dass man ein günstiges Angebot zum Kauf eines Hauses erhalten hat, oder man plötzlich doch noch die Traumwohnung zugesprochen bekommen hat, die allerdings auch erst mal eingerichtet werden muss. Oder man möchte sich mit einer guten Idee selbstständig machen und benötigt dafür das Startkapital – in solchen Situationen kann man einfach nicht viele Jahre sparen – das ist klar. Aber gehen wir mal von der Situation aus, dass das Geld nicht sofort gebraucht wird, sondern man genauso gut darauf sparen könnte – etwa für den Bau eines Hauses.

Vor- und Nachteile des Sparens

Das Sparen hat natürlich den Vorteil, dass man keine monatlichen Raten zahlen muss und auch im Falle einer eventuellen Arbeitslosigkeit oder eines anderen Schicksalsschlages keine Kreditraten bedienen muss. Man geht keinerlei Verpflichtungen ein, muss dafür aber auch lange Zeit auf vieles verzichten. Womit wir schon bei den Nachteilen wären, denn einer der Hauptnachteile des Sparens ist nun mal, dass man für große Anschaffungen – wie etwa den Bau eines Hauses, viele Jahre lang sparen und dafür auf vieles verzichten muss. Ein weiterer Nachteil ist, dass viele Menschen einfach nicht die Disziplin haben, zehn oder fünfzehn Jahre lang, Monat für Monat auf viele Annehmlichkeiten zu verzichten um eines fernen Tages die benötigte Summe zusammen zu haben.

Vor- und Nachteile einer Kreditaufnahme

Die Aufnahme eines Kredits hat den Vorteil, dass man die benötigte Summe sofort auf einen Schlag zusammen hat und nicht viele Jahre lang Monat für Monat sparen und auf vieles verzichten muss. So kann man, vorausgesetzt die Bank bewilligt einem den Kredit, in kurzer Zeit auf ein günstiges Angebot oder eine besondere Situation, in der man eine hohe Summe benötigt (sei es etwas erfreuliches wie eine Schwangerschaft oder etwas weniger erfreuliches wie ein plötzlicher Autounfall mit den meist dazu kommenden, sehr hohen Reparaturkosten) reagieren.

Der Kredit hat dafür den Nachteil, dass man quasi im Nachhinein sparen muss. Je nachdem ob man eine lange oder kurze Laufzeit gewählt hat, bemisst sich auch die Höhe der monatlich zu zahlenden Kreditrate. Die monatlichen Raten sollte man beim Abschluss eines Kreditvertrages keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen, denn bei einem plötzlichen Jobverlust oder einem ähnlichen Schicksalsschlag sollten die Raten weiterhin bezahlt werden können.
Für solche Fälle bieten seriöse Kreditinstitute allerdings die Möglichkeit, den Kredit zu stunden, also die Ratenzahlung, etwa bei Arbeitslosigkeit, auszusetzen. Es gibt auch sogenannte Restkreditversicherungen, die im Falle einer Arbeitslosigkeit oder Scheidung die monatlichen Kreditraten übernimmt.

Fazit

Wer schnell, aus welchen Gründen auch immer, eine höhere Summe Geld benötigt, der sollte die verschiedenen Kreditinstitute und Banken, beziehungsweise deren Angebote, untereinander vergleichen und sich dann für einen günstigen Kredit mit möglichst niedriger Zinsbelastung entscheiden. Außerdem sollte man in jedem Fall ein Kreditinstitut wählen, dass im Notfall eine Stundung der monatlichen Raten anbietet. Wer hingegen die Disziplin hat, viele Jahre Monat für Monat zu sparen, der sollte, wenn er das Geld nicht schnell benötigt, eher auf die hundertprozentig sichere Variante des klassischen Sparens zurückgreifen.